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Heinrich Hoffmann

* 1814 – † 1896

Waldstudie

Öl auf Leinwand auf Holz aufgezogen
2127

Signiert und datiert unten rechts: H. Hoffmann 47.

Heinrich Adolf Valentin Hoffmann (* 18. Oktober 1814 in Frankfurt am Main; † 11. Juni 1896 ebenda) studierte 1843 bis 1850 am Städelschen Kunstinstitut unter Jakob Becker und stand mit den Künstlern der Kronberger Malerkolonie Anton Burger, Philipp Rumpf und Jakob Fürchtegott Dielmann im Austausch1. Hoffmann spezialisierte sich auf Landschaften, im Besonderen Waldlandschaften, und arbeitete vornehmlich in Südwestdeutschland sowie im Zuge von Studienreisen im Alpenraum2. Im vorliegenden Originalwerk des Landschaftsmalers, das noch während seiner Ausbildungszeit in Frankfurt und sehr wahrscheinlich in der freien Natur entstand, liegt das Hauptaugenmerk auf der stimmungsvollen Darstellung eines sattgrünen Waldes. Im Vordergrund der Ölstudie, auf der vertikalen Mittelachse, drängt sich dem Betrachter der untere Abschnitt einer kräftigen Eiche auf und versperrt diesem somit den Blick in das Innerste des Gehölzes. Allein im linken Drittel des Gemäldes gewährt Hoffmann einen tieferen Einblick ins Grüne. Doch nicht nur durch die begrenzte Raumtiefe im mittleren und rechten Bereich der Studie, sondern auch durch das wechselvolle Zusammenspiel von Licht und Schatten und der fein nuancierten Grüntöne entsteht eine intime Atmosphäre zwischen dem Betrachter und dem kleinformatigen Waldausschnitt. Darüber hinaus erzeugt die deutlich zu erkennende freie und schwungvolle Pinselführung eine leichte Abstrahierung der Naturszene von 1847 und lässt sie infolgedessen für ihre Zeit sehr modern anmuten.


  1. Wiederspahn August/Bode, Wilhelm: Die Kronberger Künstlerkolonie. Ein Beitrag zur Frankfurter Kunstgeschichte des 19. Jahrhunderts, 3. erw. Auflage, Frankfurt am Main 1982, S. 246.

  2. Thieme, Ulrich/Becker, Felix: Hoffmann, Heinrich Adolf Valentin, in: Vollmer, Hans (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Leipzig 1924, Bd. XVII, S. 261.

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