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Christian Friedrich Gille

Wiesenblumen

Öl auf Papier auf Karton aufgezogen
26,535,6
Wiesenblumen

Christian Friedrich Gille, von 1827 bis 1830 Schüler von Christian Clausen Dahl, blieb zeitlebens der Durchbruch zum anerkannten Maler in Dresden verwehrt. Nach seinem Studium versuchte er zwar, mit auskomponierten Werken den Zeitgeschmack zu treffen, verdiente jedoch aufgrund mangelnder Aufträge seinen Unterhalt unter anderem mit angewandter Kunst. Bereits vor 1830 begann Gille damit, vor der Natur Ölstudien zu malen, emanzipierte sich in diesem Feld aber schon bald von seinem Lehrer Dahl, um seine eigene Ausdrucksweise zu finden. Diese Studien waren eher eine persönliche Leidenschaft als für den Verkauf gedacht. Meist stehen sie nicht in Zusammenhang mit auskomponierten Werken.1 Mit den Wiesenblumen liegt eine Arbeit vor, in der Gille Studien zu gelbblühenden Korbblütlern, Glockenblumen, Rauken sowie Sonnenblumen vereint. Hervorzuheben ist nicht nur, dass Gille auf einem Blatt verschiedene selbstständige Studien vereint, sondern diese auch mit botanischer Detailtreue wiedergibt. Bei den meisten von ihm bekannten Pflanzenstudien ist ein deutlich freierer Duktus zu erkennen. Als Entdecker des 1899 in Vergessenheit geratenen Künstlers gilt der Dresdner Schriftsteller und Sammler Johann Friedrich Lahmann (1858–1937), Vorbesitzer der Wiesenblumen. Dieser hatte zu Lebzeiten über 400 Arbeiten Gilles, vor allem Studien und Gemälde, zusammengetragen. Teile seiner Sammlung schenkte er den Städten Bremen und Dresden. Ein Großteil der Bilder wurde 1938 bei Rudolph Lepke in Berlin versteigert.2

Das Bild wird in das entstehende Werkverzeichnis von Gerd Spitzer aufgenommen.


  1. Kat. Ausst. Christian Friedrich Gille 1805–1899, Staatliche Kunstsammlungen Dresden 1994, Dresden 1994. S. 23 f.

  2. Ebd., S. 28 f.

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